Das Lenkungs-Bosselement (Nabe) ist notwendig für den Lenkradwechsel.
Diesmal haben wir drei japanische Standardprodukte miteinander verglichen – Daikei und Works Bell sowie HKB SPORTS (Toei Sangyo) in der Praxis. Nutzen Sie dies als Orientierungshilfe bei der Auswahl.
Unser Geschäft hatte sich auf einen bestimmten Hersteller festgelegt, aber als wir sie so nebeneinander verglichen, wurden die Unterschiede zwischen den drei Herstellern erneut deutlich – ein interessantes Ergebnis. Wir haben diesen Vergleich für den NB Roadster durchgeführt, aber ähnliche Unterschiede sollten sich bei anderen Fahrzeugtypen zeigen.

📦 Direkter Vergleich der Messwerte
| Produkt | Länge | Gewicht (einschließlich Abdeckung + Verkabelung) |
|---|---|---|
| Daikei S-606 | 80 mm | 441 g |
| Works Bell 910 | 75 mm | 534 g |
| HKB SPORTS OR-230 | 90 mm | 270 g |





Links ist Daikei, rechts ist Works Bell
🔧 Stahl vs. Aluminium-Druckguss – ein überraschender Ausgang
Allgemein wird angenommen, dass „Aluminium leicht und Eisen (Stahl) schwer ist“, aber dieser Vergleich widerlegt diesen Gemeinplatz.
Das Daikei-Horn ist zwar aus Stahl, aber dank seiner auf die Materialfestigkeit abgestimmten Konstruktion und Bearbeitung ist es leichter als das Works Bell-Horn. Noch interessanter ist das HKB SPORTS-Horn. Dieses ist ebenfalls aus Aluminium-Druckguss, aber die Struktur ist durchdacht und der Zerspanvolumen minimal, was etwa die Hälfte des Gewichts von Works Bell ergibt – erstaunlich leicht.
Mit anderen Worten: Der Unterschied im Gewicht ist nicht auf die Materialdifferenz, sondern auf die unterschiedliche Designphilosophie und Bearbeitungsstrategie zurückzuführen. Es ist nicht so einfach, dass Stahl schwer und Aluminium leicht ist.
✨ Unterschiede in Haptik, Konstruktion und Verarbeitung
◾ Daikei S-606
- Zahnkranzbereich wird gedreht, Pressteil und Schweißbereich
- Viele Arbeitsschritte – Pressen, Drehen, Schweißen, Verzinken – erfordern viel Handarbeit
- Der Airbag-Dummyeinsatzwirkt vertrauenerweckend
- Der Widerstand ist in ein Gehäuse untergebracht und per Stecker verbunden
- Der Hupenkabelbaum ist mit Schutzschlauch ausgestattet
- Kristalleffekt-Lackierung-ähnliche Abdeckung ist dehnbar
- Die Bedienungsanleitung ist B4-Format mit 6 Seiten – großformatig mit vielen Diagrammen und sehr benutzerfreundlich
- Die Anleitung zum Ausbauen des Originallenkrads macht etwa die Hälfte aus
- Auch ein Hinweis auf die Vorsichtsmaßnahme, die Mittelmutter zum Schutz vor Verletzungen stecken zu lassen
→ Insgesamt „praktisch und robust“. Der Eindruck eines mit Sorgfalt und Zeit hergestellten Produkts.







◾ Works Bell 910
- Hohe Präzision, komplexe Form. Äußerlich ordentlich
- An geschliffenen Stellen können wir Gussnester von etwa 0,5φ erkennen
- Der Airbag-Kabelbaum ist mit Wärmeschrumpfschlauch abgedeckt, die Leitungen sind dünn
- Wellrohr-artige Abdeckung ist abzuschneiden und zu justieren
- Mit Befestigungsmutter
- Die Bedienungsanleitung ist A4-Format mit doppelseitigen 2-seitigen Ausdrucken – Vorderseite und Sicherheitshinweise machen 2 Seiten aus
- Ich konnte mir nicht vorstellen, dass Benutzer dies lesen und den Einbau vornehmen könnten, aber es steht geschrieben, dass man einen Fachbetrieb beauftragen sollte
→ Sieht sehr hochpräzise aus und wirkt massiv schwer.








◾ HKB SPORTS OR-230
- Hohe Präzision, komplexe Form
- Viel Gussstruktur, minimal geschliffene Stellen
- Der Airbag-Kabelbaum ist mit ungeschütztem Zementwiderstand
- Die durchdachte Schiebeschutz-Abdeckung ist dehnbar
- Hupenring mit Verdrehsicherung
- Mit Befestigungsmutter
- Die Bedienungsanleitung sind 3 kleine Blätter, enthält aber einen Hinweis, dass die Mittelmutter nicht entfernt werden soll.
→ Mit dem typischen Aussehen von Druckguss – sehr leicht.






🔧 Unterschiede im Anzugsdrehmoment
Das Anzugsdrehmoment für die Mittelmutter, die das Horn mit der Lenkstange verbindet, ist wie folgt festgelegt:
- Daikei: 4,5–5,0 kg·m
- Works Bell: 2,5–3 kg·m
- HKB SPORTS: 3,5 kg·m
- (Hersteller-Vorgaben für Roadster: 4,0–5,0 kg·m)
Dieser Unterschied zeigt deutlich die unterschiedliche Festigkeit der Produkte. Bei Works Bell und HKB, beide aus Aluminium-Druckguss, ist das Anzugsdrehmoment niedriger festgelegt.
Bei Works Bell kann das Horn auch beim vorgegebenen Drehmoment reißen, wenn der Schaftkonus nicht entfettet wird, und es wird vorgeschrieben, die mitgelieferte Mutter und Federscheibe zu verwenden. Über Anzugsdrehmoment | Worksbell
Allerdings denke ich, dass es schwierig ist, die Montage mit Aluminium-Druckguss durchzuführen. Ich würde sagen, man sollte entweder ein gießbares Material mit höherer Dehnbarkeit und Zähigkeit verwenden oder strukturelle Verbesserungen vornehmen, wie die Kombination mit einem Stahlmuffe. Tatsächlich hat das Original-Nardi-Horn eine Stahlhülse mit eingekerbten Zähnen, die in den Druckguss eingegossen ist.

🏭 Bearbeitete Teile vs. Druckguss: Die unterschiedliche Philosophie der Produkte
◾ Daikei (Daikei Sangyo)
- Struktur: Stahlbearbeitung + Maschinenbau + Schweißkonstruktion
- Besonderheit: Nicht für Massenproduktion geeignet, aber Präzision, Steifigkeit und Zuverlässigkeit sind überlegen.
- Zubehör: Kabelbaum und Airbag-Dummysatz sind hochwertig, die Bedienungsanleitung ist klar und gründlich
- Gewicht: Mit Stahl ausgewogen
■ Works Bell
- Struktur: Aluminium-Druckguss-Formung + Beendigung Bearbeitung
- Besonderheit: Mit Formen designed für Massenproduktion. Es wirkt präzise, aber ist dickwandig und relativ zu seiner Steifigkeit schwer
- Zubehör: Airbag-Dummysatz und Hornverkabelung sind dünn, Bedienungsanleitung auf Minimalbestand
- Gewicht: Bei Aluminium das kürzeste, aber das schwerste
◾ HKB SPORTS
- Struktur: Aluminium-Druckguss-Formung, Zerspanvolumen minimiert
- Besonderheit: Optimierte Konstruktion führt zu Leichtgewicht, das günstigste
- Zubehör: Airbag-Dummysatz und Verkabelung sind vereinfacht, Bedienungsanleitung ebenfalls vereinfacht
- Gewicht: Leichtgewicht (etwa halb so schwer wie Works Bell)
✅ Fazit: Für Robustheit Daikei, für Leichtgewicht HKB
Zunächst einmal: Originallenkräder sind bei allen Fahrzeugtypen grundsätzlich aus Stahl. Autohersteller wählen bewusst das schwere Eisen – aus Gründen der „Steifigkeit, Haltbarkeit und Crashsicherheit“. Dies bedeutet aus Sicherheits- und Zuverlässigkeitsperspektive, dass Aluminium-Druckguss Anforderungen nicht erfüllen kann, die, oder?
Es gibt Erklärungen bei nachgerüsteten Aluminium-Druckguss-Hornern wie „Sie schützen die Insassen durch absichtliches Brechen im Kollisionsfall“, aber das ist umstritten – ist das Brechen des Horns im Kollisionsfall wirklich notwendig? Das Daikei-Horn scheint nicht zu brechen, es ist aber nach „Ordnung für die Verkehrszulassung, Artikel 11 (Lenkeinrichtung)“ konform.
Bei modernen Automobilen ist die Lenkwellengegend durch eine Knautschstruktur (Stützenstauchung und Ausweichfunktion beim Kippmechanismus) so konstruiert, dass die Belastung in Achsenrichtung vom Fahrzeugrahmen absorbiert wird. Mit anderen Worten: die Behauptung, dass der Fahrer durch das Zerstören des Bosses geschützt wird, hat wenig technische Grundlage. Serienlenkräder zerbrechen nicht so leicht. Ein Boss, der einstückig mit der Passpressung zum Lenkwellenschacht gefertigt ist, wird als Komponente betrachtet, für die Aluminium-Druckguss ungeeignet ist.
Nach unseren Messergebnissen war das aus Aluminium-Druckguss gefertigte Works Bell schwerer als das Stahl-Bosselement von Daikei. HKB SPORTS ist preiswert und leicht, was nachvollziehbar ist.
☺ Äußeres wie aus den 1960ern, innere Qualität echt.
Für die „Lebensader“ des Lenkrads: Stahl wählen
Das Bosselement von Daikei ist unauffällig und schmucklos. Die Homepage scheint seit 2001 stehen geblieben zu sein. Doch die innere Qualität ist ein hochwertiges Produkt, das auch heute noch vollständig den Anforderungen genügt – ja, es könnte sogar heute noch als Maßstab dienen.
Gerade deshalb wählen wir in unserem Geschäft Daikei bei den wichtigsten Leistungsmerkmalen – Zuverlässigkeit, Präzision und Steifheit. Es geht nicht um „Sicherheit durch Bruch“, sondern um „Gewissheit durch Beständigkeit“.
☺️ Randnotiz: Die offizielle Website von Daikei Sangyo – wie eine Nachricht aus dem Jahr 2001
Wenn Sie bei der Recherche zu diesem Daikei-Lenknabenkranz auf die offizielle Website gestoßen sind, waren Sie möglicherweise überrascht.
Offizielle Website von Daikei Sangyo: http://www.daikei-s.co.jp/
Shift_JIS-Kodierung, statisch angeordnete .htm-Dateien, Frame-Aufbau + vollständig von Hand geschriebenes HTML, nicht mobilfreundlich mit der Anzeige „Bitte vom PC aus ansehen“ …
und erstaunlicherweise ist eine mit IBM Homepage Builder erstellte Website immer noch aktiv und wird aktualisiert.
Aber genau das ist der Charakter von Daikei – das ist Daikei eben.
Inhalt vor Äußerem, gesicherte Qualität statt überflüssiger Schnickschnack.
Auch das Aussehen der Website vermittelt die Philosophie: „Was nicht geändert werden muss, muss auch nicht geändert werden.“
Es gibt keine glänzende Werbung oder Social-Media-Promotion. Doch wer es weiß, wählt Daikei.
Das ist vielleicht die wahre Bedeutung der Worte „Vertrauen und Erfahrung“.
